Frau Katharina Gebert und Herr Arne Beinhauer, ehemalige Teilnehmer der Akademie Hypatia, sind mittlerweile wissenschaftliche Mitarbeitende am Leibniz-IWT und der Universität Bremen. | Quelle: Leibniz-IWT Bremen

Hypatia von Alexandria (ca. 355 – 415 n.Chr.) war eine der bedeutendsten Naturwissenschaftlerinnen der Spätantike und lehrte an der Universität von Alexandria. An sie erinnernd will die Akademie Hypatia des Sonderforschungsbereichs SFB/TRR 136 der Universität Bremen und RWTH Aachen junge Talente fördern – insbesondere weibliche junge Talente.

 

IWT Bremen Hypatia Quelle scinexx.de

Hypatia. Quelle: scinexx.de

Das Programm der Akademie Hypatia richtet sich an Studierende ingenieurs- und naturwissenschaftlicher Studiengänge. Prof. Frank Vollertsen vom BIAS Bremen leitet die Akademie gemeinsam mit Prof. Stefanie Reese vom IFAM der RWTH Aachen. Pro Standort und Jahr stehen zehn Plätze zur Verfügung, die auf Basis persönlicher Gespräche zu 50 % an Frauen vergeben werden. Die erfolgreiche Teilnahme am Programm wird mit einem Zertifikat bestätigt.

 

Inspiration bei Gesprächen am Kamin

In dem Mentorenprogramm steht neben der fachlichen Förderung die Laufbahnförderung im Mittelpunkt. So beinhaltet das Programm die Erweiterung sozialer Kompetenzen, Karriereplanung und nicht zuletzt den intensiven Kontakt zu sogenannten Role Models  – also zu Vorbildern, die einen Eindruck davon vermitteln, was im Beruf möglich ist. Diese Rolle übernehmen die ProfessorInnen, die den Studierenden exklusiv sogar an den Wochenenden zur Verfügung stehen. Ein Highlight sind dabei die Kamingespräche in lockerer Atmosphäre, während der die Professorinnen und Professoren von ihrem jeweiligen Werdegang und ihre Biografie prägenden Ereignissen berichten und dabei mögliche Berufswege und eventuelle Hürden aufzeigen. Vor dem Kamin können sich die die Akademie-TeilnehmerInnen von den Erzählungen inspirieren lassen und lernen schon während ihres Studiums Arbeitsfelder in der Forschung kennen. Das gibt ihnen die Möglichkeit, frühzeitig herauszufinden, ob eine wissenschaftliche Tätigkeit bzw. eine Promotion für sie in Frage kommt.

 

Am Kamin lässt es sich entspannt über die Karriere reden. | Quelle: Leibniz-IWT Bremen

Am Kamin lässt es sich entspannt über die Karriere reden. | Quelle: Leibniz-IWT Bremen

 

Individuelle Förderung

Über die Professor/-innen hinaus engagieren sich in der Akademie Hypatia auch weitere MitarbeiterInnen des SFB als Mentoren und organisieren unterschiedliche Informations- und Nachwuchsveranstaltungen.

 

Darüber hinaus bietet die Akademie Hypatia weitere individuelle Förderangebote, wie zum Beispiel die Finanzierung von Weiterbildungen oder auch die organisatorische Unterstützung eines Auslandsaufenthalts. Aufnahme in die Akademie findet man in der Regel auf Vorschlag eines Mitglieds des SFB/TRR 136, eine Selbstbewerbung ist jedoch ebenfalls möglich. „Wir sind ständig auf der Suche nach ‚High Potentials‘, die bereits im Studium positiv auffallen und Interesse für die Forschung mitbringen“, erklärt Professor Ekkard Brinksmeier, Initiator und Sprecher des SFB/TRR 136. „Diese Studierenden zusätzlich zu fördern, ist uns ein großes Anliegen.“

 

Ziel der Akademie ist, Studierende als NachwuchswissenschaftlerInnen zu gewinnen – ein Plan, der offensichtlich aufgeht. Fast die Hälfte der ehemaligen Hypatianerinnen und Hypatianer sind inzwischen wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an Forschungsinstituten.

 

Der Sonderforschungsbereich Prozesssignaturen

Der transregionale Sonderforschungsbereich SFB/ TRR 136 „Funktionsorientierte Fertigung auf der Basis charakteristischer Prozesssignaturen“ ist an den WGP-Instituten BIAS, BIMAQ und Leibniz-IWT Bremen und dem WZL der RWTH Aachen sowie an der Oklahoma State University (USA) angesiedelt. Seit April 2014 wird er von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert. Mehr als 40 Ingenieur/innen, Mathematiker/innen und Naturwissenschaftler/innen haben sich das Ziel gesetzt, das Konzept der sogenannten „Prozesssignaturen“ zu entwickeln, zu konkretisieren und damit einen Paradigmenwechsel in der werkstofforientierten Fertigung einzuleiten. Für oberflächennahe Werkstoffeigenschaften, sogenannte Randzoneneigenschaften wie beispielsweise Eigenspannungen und Härte, ist es bisher kaum möglich, Maße, Formen und die Oberflächengeometrie gezielt einzustellen. Genau diese Eigenschaften sind allerdings für die Lebensdauer und das Betriebsverhalten der Bauteile von entscheidender Bedeutung. Deshalb ist es das Ziel des SFB, ein besseres Verständnis der im Fertigungsprozess ablaufenden Vorgänge zu erhalten, die zu einer Veränderung der Werkstoffeigenschaften führen und diese in einer bestimmten Schreibweise, der Prozesssignatur, zu konkretisieren.

 

Beitragsbild: Frau Katharina Gebert und Herr Arne Beinhauer, ehemalige Teilnehmer der Akademie Hypatia, sind mittlerweile wissenschaftliche Mitarbeitende am Leibniz-IWT und der Universität Bremen. | Quelle: Leibniz-IWT Bremen

 


 

Mehr Informationen

www.prozesssignaturen.de
www.iwt-bremen.de (Sprecherinstitut)

 

Förderer

Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
www.dfg.de

 

Ansprechpartner

Leibniz-Institut für Werkstofforientierte Technologien (IWT) Bremen
Universität Bremen

Prof. Ekkard Brinksmeier
Sprecher
Fachbereich Produktionstechnik, Fachgebiet Fertigungsverfahren
Tel.: +49 421 218 – 51101
E-Mail: brinksmeier@iwt.uni-bremen.de

Dr. Jens Sölter
Geschäftsführer
Fachbereich Produktionstechnik, Fachgebiet Fertigungsverfahren
Tel.: +49 421 218 – 51187
E-Mail: soelter@iwt.uni-bremen.de