Quelle: Michael Rabenstein/Uni-Klinikum Erlangen

Drei WGP-Institute haben unter der Führung des LKT Erlangen und binnen weniger Wochen eine Produktionsanlage für Visiere und Schutzbrillen aufgebaut. Damit haben sie die Handlungsfähigkeit im Erlanger Universitätsklinikum erhalten und Arbeiter aus der Kurzarbeit geholt.

 

In nur vier Wochen produzierten rund 100 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ab Anfang April 2020 rund 100.000 Schutzbrillen und 20.000 Visiere. Damit konnten die Lager der Krankenhauseinrichtungen nach einer akuten Notversorgung gefüllt und die Handlungsfähigkeit der Einrichtungen aufrechterhalten werden. Neben dem Erlanger Uniklinikum, das den Großteil der Ausrüstung erhielt, konnten die Forscherinnen und Forscher so auch die Kliniken Forchheim und Fränkische Schweiz, einige Arztzentren und die Stadt Erlangen in dieser Krise unterstützten. Möglich gemacht hat diese Ad-hoc-Produktion Prof. Dietmar Drummer, Inhaber des Lehrstuhls für Kunststofftechnik (LKT) der Friedrich-Alexander-Universität (FAU) und Initiator der Maßnahme. Gemeinsam mit Prof. Stephan Achenbach, Direktor der Medizinischen Klinik 2 – Kardiologie und Angiologie, schuf er ein Prototypendesign für Schutzbrillen. Unterstützt wurden sie dabei von der Landesforschungseinrichtung Neue Materialien Fürth GmbH (NMF) und dem Klinikum der FAU.

 

Brillenlaserung bei NMF | Quelle: NMF

Brillenlaserung bei NMF | Quelle: NMF

 

Die Brillen und Visiere wurden an unterschiedlichen Stationen im Technikum des LKT gefertigt. Die von der Neuen Materialien Fürth GmbH mit einem Laser Cutter zugeschnittenen Brillen aus Polycarbonat wurden unter Berücksichtigung des vorgegebenen Sicherheitsabstands und der Hygieneschutzmaßnahmen zu Brillen verbaut. Um mögliche Engpässe bei der Folienlaserung ausgleichen zu können, wurde zeitgleich ein Stanzwerkzeug konstruiert, mit dem zusätzliche Kapazitäten für die Fertigung der Brillen aufgebaut werden konnten. Die Gestelle „Brille leicht“ wurden an einer Spritzgussmaschine der Firma Engel im österreichischen Schwertberg gefertigt. Das für die Brillenbügel verwendete Werkzeug wurde von der Mechanikwerkstatt der Technischen Fakultät hergestellt. An anderen Stationen wurden Schaumstoffbänder auf Visiere geklebt und zuvor zugeschnittene Gummihaltebänder angetackert, Schutzfolien von den Visieren abzogen und abschließend verpackt. Zur Sicherstellung der Bedarfe an Folien mussten parallel zum Bezug vom Markt auch Folien extrudiert werden.

 

Fertige Brillen und Visiere | Quelle: LKT

Fertige Brillen und Visiere | Quelle: LKT

 

Der LKT freut sich über die hohe Resonanz und die lehrstuhl- und institutsübergreifende Unterstützung durch zahlreiche weitere Lehrstühle des Departments Maschinenbau wie den WGP-Instituten Lehrstuhl für Fertigungsautomatisierung und Produktionssystematik (FAPS), Lehrstuhl für Fertigungstechnologie (LFT) und Lehrstuhl für Photonische Technologien (LPT) sowie dem Lehrstuhl für Fertigungsmesstechnik (FMT), dem Lehrstuhl für Konstruktionstechnik (KTmfk), dem Lehrstuhl für Technische Mechanik (LTM) und auch dem Lehrstuhl für Ressourcen- und energieeffiziente Produktionsmaschinen (REP).

 

Abholbereite Kisten in Technikum des LKT | Quelle: LKT

Abholbereite Kisten in Technikum des LKT | Quelle: LKT

 

Zudem geht ein Dank an die Firma Ineos Styrolution Switzerland S.A. für die Bereitstellung von Kunststoffen und an die Firma Covestro AG für das Zurverfügungstellen von Folien. Weiterer Dank geht an die Firma stn Schaumstoff-Technik Nürnberg GmbH für Schaumstoffbänder, Emil Schwaderer Kartonagen, Fürth, für Verpackungsmaterial und die Firma Adolf Würth GmbH & Co. KG in Künzelsau.

 

Quelle Beitragsbild: Michael Rabenstein/Uni-Klinikum Erlangen

 


 

Ansprechpartner

Lehrstuhl für Fertigungstechnologie (LFT)
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Prof. Marion Merklein
Tel.: +49 9131 8527138
E-Mail: marion.merklein@fau.de

 

Lehrstuhl für Kunststofftechnik (LKT)
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Prof. Dietmar Drummer
Tel.: +49 9131 8529700
E-Mail: dietmar.drummer@fau.de