Die Bundesministerin für Bildung und Forschung Bettina Stark-Watzinger testet die im Rahmen von KARL entwickelten Assistenzsysteme, Quelle: BMBF / Hans-Joachim Rickel

KARL ist eines von acht regionalen Kompetenzzentren, in denen untersucht wird, wie sich KI auf Arbeit und Lernen auswirkt. Der Fokus liegt dabei auf Assistenzsystemen für Unternehmensmitarbeitende. In den Workshops stehen die Bedürfnisse der Menschen im Vordergrund.

 

Dezember 2023 – In KARL wird über KI-Anwendungen in den Bereichen Mobilität, Wissensarbeit, Bildung und Produktion gesprochen. In jeder dieser vier Domänen werden beispielhafte Anwendungsfälle entwickelt, die es insbesondere Unternehmen, aber auch sonstigen Interessierten ermöglichen, KI zu erleben. Es werden unterschiedliche Unterstützungsmethoden entwickelt für insgesamt fünf Gestaltungsfelder, darunter der Einführungsprozess von KI, die Auswahl von Anwendungsfällen oder auch rechtliche und ethische Fragestellungen.

Allen Methoden und Anwendungen gemein ist bei KARL, dass der Mensch mit seinen Bedürfnissen im Vordergrund steht. Und um einen nachhaltigen Effekt zu erzielen, werden die Workshops so konzipiert, dass sie auch über die Projektlaufzeit von KARL bis Frühsommer 2025 hinaus angeboten werden können.

 
KARL auf dem BMBF-Stand der Hannover Messe | Quelle: BMBF / Hans-Joachim Rickel

Bild 1: Das KARL-Team und die Bundesforschungsministerin Stark-Watzinger auf dem BMBF-Stand der Hannover Messe | Quelle: BMBF / Hans-Joachim Rickel

WGP kümmert sich um die Domäne Produktion

Das WGP-Institut für Produktionstechnik wbk am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist vorwiegend mit der Domäne der Produktion vertreten. Auch hier verändert sich die Arbeit von Mitarbeitenden stark, da enorm viele Daten anfallen, die Produktvarianten zunehmen und komplexere Produkte gefertigt werden. In der Folge werden auch die Arbeitsprozesse komplexer. Es steigt zum Beispiel die Zahl der Montageschritte, was zu Überforderung und Unsicherheit bei den Beschäftigten führen kann. KI-basierte Assistenzsysteme können die Mitarbeitenden gezielt unterstützen und sicherstellen, dass sie ihren Aufgaben gewachsen sind und bleiben. Der Fokus in KARL liegt dabei auf kognitiven und informatorischen Assistenzsystemen, die sie gemeinsam mit vielen Partnern (ArtiMinds, Kinemic, Sick, Adesso und Optimum) entwickeln. So sollen beispielsweise Informationen darüber zur Verfügung gestellt werden, ob ein bestimmter Montageschritt richtig ausgeführt wurde.

Zugleich wird untersucht, welche Aufgaben automatisiert werden können. Die Umsetzung obliegt einem Programmierer, dessen Arbeit sich bei der Zusammenarbeit mit KI ebenfalls verändert.  Im Vordergrund steht auch hier die Unterstützung der Menschen bei ihrer Arbeit und nicht das Ersetzen des Menschen.

 

Konkrete Anwendungsfälle reduzieren Stress

Die Vorteile von Assistenzsystemen sind vielseitig. Sie können in erster Linie Fehler reduzieren, aber auch Bearbeitungszeiten verkürzen. Aus menschlicher Perspektive tragen Assistenzsysteme dazu bei, Unsicherheiten und Stress zu reduzieren. Hierzu zählt zum Beispiel die Erkennung von durchgeführten Schraubvorgängen oder auch die bildbasierte Validierung von Fügeoperationen.

Die entwickelten Systeme werden zunächst an einem konkreten Anwendungsfall in der Lernfabrik untersucht. Hierbei werden sowohl technische Realisierbarkeit als auch Einflüsse auf den Menschen betrachtet. Langfristig sollen sie auf weitere Arbeitsplätze übertragen werden und damit ein Transfer in die breite industrielle Anwendung ermöglichen.

Das wbk Karlsruhe präsentiert die im Projekt entstandenen Demonstratoren im Rahmen von Messen. So waren die WGP-Forschenden im April 2023 auf dem Stand des Bundesministeriums für Bildung und Forschung auf der Hannover Messe vertreten. Dort zeigten sie die Detektion von Schraubvorgängen mittels eines Armbands der Kinemic GmbH.

Das starke Interesse an KARL betrachten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Karlsruhe als eine Bestätigung für ihren Ansatz, den Menschen auch bei KI in allen Situationen miteinzubeziehen und gezielt zu unterstützen.

 

Beitragsbild: Die Bundesministerin für Bildung und Forschung Bettina Stark-Watzinger testet die im Rahmen von KARL entwickelten Assistenzsysteme | Quelle: BMBF / Hans-Joachim Rickel


Weitere Informationen

https://kompetenzzentrum-karl.de/

 

Förderer

  • BMBF Bundesministerium für Bildung und Forschung,
  • Projektträger Karlsruhe

 

Ansprechpartner

Institut für Produktionstechnik (wbk)
Karlsruher Institut für Technologie (KIT)

Prof. Gisela Lanza
Institutsleiterin Produktionssysteme
Tel.: +49 721 608 44017
E-Mail: Gisela.Lanza@kit.edu

Julia Dvorak
Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Tel.: +49 152 395 02584
E-Mail: Julia.Dvorak@kit.edu


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Die Bundesministerin für Bildung und Forschung Bettina Stark-Watzinger testet die im Rahmen von KARL entwickelten Assistenzsysteme | Quelle: BMBF / Hans-Joachim Rickel

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KARL auf dem BMBF-Stand der Hannover Messe | Quelle:  BMBF / Hans-Joachim Rickel

 

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